Fliegen-Expedition (Teil 2)

Für Kinder ab: ca. 5/6 Jahre


 

Seit Buddy und Isa den Plan gefasst hatten, sich gemeinsam auf die Suche nach der –Geheimen großen Fliege– zu machen, waren bereits einige Tage vergangen. Isa hatte Mama und Papa natürlich eingeweiht und beide hatten sich bereit erklärt die beiden auf ihrer Fliegen-Expedition zu begleiten.

In den darauf folgenden Tagen waren alle damit beschäftigt gewesen sich auf das bevorstehende vorzubereiten.

Buddy bekam den Auftrag, das Tage-Buch von Professor Doktor Doktor Alchibon dem Ersten, noch einmal eingehend zu studieren und alle wichtigen Informationen aus dem Buch aufzuschreiben. Isa, Mama und Papa hingegen sammelten alle möglichen Informationen die sie über das Planen und Durchführen von Expeditionen und Schatzsuchen finden konnten. Dazu gehörte selbstverständlich auch die Zusammenstellung der notwendigen Ausrüstung, ohne die ein solches Unterfangen schon vor Beginn zum scheitern verurteilt war.

Damit sie hier am Ende nichts vergaßen, hatte Mama alles fein säuberlich auf einen Notizzettel geschrieben und diesen in der Küche an den Kühlschrank geheftet. „Hier können wir alle ganz schnell sehen was wir bereits aufgeschrieben haben und falls nötig noch etwas zur Liste hinzu fügen.“ Zufrieden hatte sie genickt. Da Isa noch nicht lesen konnte, waren neben die Worte noch kleine Bilder gemalt worden, so konnte auch Isa sofort sehen was auf dem Zettel stand.

Morgen sollte es dann endlich los gehen. Sie saßen alle zusammen am Tisch in der Küche und gingen die Liste noch einmal durch. Papa lass laut vor.

„Also wir brauchen für unsere Expedition morgen:

  • Proviant
  • 1 Spaten
  • Taschenlampen
  • Taschenmesser
  • Die Schatzkarte und das Buch
  • Buddy`s Notizen
  • Unsere Handy`s
  • Einen Kompass
  • Gute Schuhe
  • Rucksäcke
  • Verbandskasten
  • Fernglas und Lupe. Ohne Lupe kann ja kein Mensch diese winzig kleine Kart erkennen.
  • Und für den Notfall – Eine große Fliegenklatsche!“
Buddy quakte beim letzten Punkt protestierend auf. „Wieso Fliegenklatsche?! Quak! Ihr werdet ja wohl nicht vorhaben die –Geheime große Fliege– mit einer Fliegenklatsche zu erschlagen.“ Er verschränkt die Arme vor der Brust. Was für eine Frechheit. Diese Fliege war legendär. Einzigartig. Die konnte man doch nicht einfach mit einer Fliegenklatsche erlegen. So hatte er sich das ganz sicher nicht vorgestellt. Beschützend umklammerte er sein Buch.
 

„Buddy hör zu.“ Sagte Mama und legt ihm eine Hand auf die Schulter. „Wir wissen ja gar nicht was die –Geheime große Fliege– ist. Mit der Fliegenklatsche gehen wir nur auf Nummer sicher.“ Sie sprach beruhigend auf ihn ein. „Was wenn sich herausstellt das es für uns gefährlich werden könnte? Es kann so vieles passieren was wir jetzt noch nicht absehen können.“ Buddy schwieg und sah die anderen einen nach dem anderen an. „Ok.“ Quakte er nach einer Pause. „Aber nur wenn die Fliegenklatsche wirklich NUR im Notfall eingesetzt wird.“ Mama, Papa und Isa gaben ihm ihre Hand darauf. „Versprochen.“ Sagten alle. „Ok.“ Quakte Buddy.

„Da das nun geklärt ist, erzähl uns was du alles heraus gefunden hast.“ Papa wendete sich an Buddy. „Gut.“ Buddy sprang von seinem Stuhl auf und hüpfte auf den Tisch. Er stellte sich in die Mitte und achtete darauf das ihm alle auch wirklich zuhörten.

„Zu aller Erst will ich darauf hinweisen, dass das Buch sehr alt ist. Es hat leider einige Brandstellen weshalb ich nicht alles entziffern konnte.“ Buddy machte eine kurze Pause. „Wie ihr ja bereits wisst, geht es um die –Geheime große Fliege-. Sie ist unter den Fröschen seit Jahrhunderten bekannt und viele Frösche haben sich in der Vergangenheit auf den Weg gemacht um sie zu suchen und zu finden. Aber nie ist es einem Frosch gelungen. Bis auf Professor Doktor Doktor Alichibon dem Ersten. Er ist auch der Frosch der dieses Buch geschrieben hat.“ Er hielt das Buch hoch so das es jeder sehen konnte. „In dem Buch geht es am Anfang vor allem um eher belanglose Dinge. Sachen wie: Was Fliegen gerne essen. Wo man sie am besten finden kann. Wie man sie anlockt. … Nicht das ihr mich falsch versteht, ich finde das mehr als interessant, aber für euch wird es hier wohl eher nicht von Interesse sein.“

„Also.“ Buddy holte tief Luft und redete dann weiter. „Für uns sind im Grunde nur die letzten Seiten von Interesse. Hier wird von einigen Fallen gesprochen.“ – „Fallen!“ Papa und Mama sahen Buddy entsetzt an. „Von Fallen war nie die Rede.“ Papa sah ihn eindringlich an. Sollte sich herausstellen das seine Familie bei der Suche nach dieser Fliege in Gefahr geraten konnte, würde er die Expedition sofort abbrechen. Und das noch bevor sie begonnen hatte. Soviel war klar.

„Naja.“ Sagte Buddy als er Papa`s Blick sah. „Also ich würde sagen, es sind keine richtigen Fallen. Eher so etwas wie Abschreckungs-Versuche. Immerhin wollte Alichibon nicht das andere Frösche sein Buch in die Hand bekommen und mit dessen Hilfe die Fliege finden würden. Also hat er vorsichtshalber Gefahren angekündigt die es aber in Wirklichkeit gar nicht gibt. Zur Sicherheit eben. Versteht ihr?“ – „Aha.“ Wirklich überzeugt war Papa nicht.

„Hier im Buch, auf der letzten Seite hat Alichibon die Karte eingezeichnet. Diese führt uns genau zum Versteck der –Geheimen großen Fliege-.“ Buddy hüpfte auf dem Tisch hin und her. „Buddy, du wirst wieder zum Flummi.“ Isa sah grinsend ihrem Freund zu, der immer wilder zu hüpfen anfing. Das tat er immer, wenn er vor lauter Aufregung nicht mehr still sitzen konnte. „Buddy, pass bitte auf die Gläser auf.“ Zu spät. Kaum hatte Mama die Worte ausgesprochen fiel bereits eines zu Boden.

-KLIR- Es zersprang in Tauschen Scherben die sich über den gesamten Fußboden verteilten.

„Buddy. Nicht schon wieder.“ Mama schimpfte. „Entschuldigung.“ Niedergeschlagen und Schuldbewusst setzte sich Buddy wieder auf seinen Stuhl. „Ok, bleibt bitte erst einmal alle auf euren Stühlen sitzen. Bevor ich die Scherben nicht weg gesaugt habe, rührt sich keiner von Euch vom Platz.“ Mama stand vorsichtig auf und holte Besen und Staubsauger.

Als sie fertig war setzte sie sich wider zu den anderen. Sie sah auf die Uhr. „So. Ich würde mal sagen, wir gehen jetzt alle ins Bett. Morgen geht es früh los und wir sollten alle ausgeschlafen sein.“ – „Buddy, gibt es noch etwas das wir vor morgen wissen sollten?“ Fragte Papa an Buddy gewandt. Er hatte trotz der Ablenkung mit dem zerbrochenen Glas die Andeutung möglicher Fallen, nicht vergessen. Buddy überlegt kurz. „Nö.“ – „Gut.“ Mama stand auf. „Isa und Buddy. Zieht euch bitte um und macht euch Bettfertig.“ Noch bevor Papa etwas sagen konnte waren Isa und Buddy vom Tisch aufgesprungen. Und auch Mama wuselte bereits wieder herum. Er seufzte. Irgendwie hatte er bei der ganzen Sache ein ungutes Gefühl im Bauch.

Einige Zeit später lagen Buddy und Isa in ihren Betten. Isa war bereits eingeschlafen und so lag Buddy als Einzieger noch wach im Bett. Er sah hoch zur Zimmerdecke. „Eventuell, hätte ich ihnen die Sache mit den Fallen doch richtig erzählen sollen?!“ Murmelte er vor sich hin. „Hmmm. Jetzt ist es auch egal. Wird schon nicht so schlimm sein. Sicher übertreibt Alichibon in seinem Buch nur. Das hoffe ich zumindest.“ Er gähnte und drehte sich auf die Seite. Kaum hatte er seine Augen geschlossen war auch er eingeschlafen.

Morgen sollte es dann also los gehen.

Autor: Andrea Laukamp
————— Fortsetzung Folgt —————

Das Hörspiel zur Geschichte:


 Hier geht es zu Teil 1 der Lese-Geschichte:

Es kann sein das sich in meine Geschichte der eine oder andere kleine Fehler eingeschlichen hat. Für den Fall das Dir ein solcher beim Lesen aufgefallen ist, würde ich mich freuen wenn Du mir dazu einen Hinweis in die Kommentaren schreibst. Mehrere Augen sehen ja bekanntlich mehr als zwei.

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Mit Lieben Grüßen

Andrea

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