Fliegen-Expedition (Teil 8)

Für Kinder ab: ca. 6/7


Mama, Papa und Buddy rannten zu Isa und Mama nahm ihre Tochter schützend auf den Arm. „Was war das?“, Papas Stimme klang verunsichert und sein Blick huschte zwischen Isa, dem großen Stein der neben ihnen auf dem Podest stand und dem überall verteilten Sternen-Staub hin und her. „Ich weiß es auch nicht.“, antwortete Isa und zuckte entschuldigend mit den Schultern. Sie hatte lediglich ihrem Bauchgefühl nach gehandelt und das von ihr gefundene Stein-Ding in die Einbuchtung auf dem großen Stein gelegt. Noch immer sah sie in ihrem Geiste den darauf hoch schießenden Lichtstrahl der alles um sie herum erhellt hatte und die bedrohliche und undurchdringbare Dunkelheit vertrieben hatte.

Papa streckte vorsichtig seine Hand nach dem, am Boden liegenden Sternen-Staub aus und berührte ihn. „Es fühlt sich wie Sand an.“, sprach er leise und mehr zu sich selbst als zu den anderen. „Mama ich will runter.“, sagte Isa und sah ihre Mama abwartend an. Mama der noch immer das Herz raste und die ihre Tochter weiterhin beschützend an sich drückte, reagierte nicht. Sie war starr vor schreck und Isa sah ihr an das sie noch immer versuchte das gerade geschehene zu begreifen. „Mama.“ Isa wurde ungeduldig und sie zappelte auf Mamas Arm herum. „Ja, …“ Erst jetzt reagierte Mama und sie ließ Isa langsam von ihrem Arm runter auf den Boden gleiten.

Isa kniete sich neben Buddy der auf dem Boden saß und wie gebannt den Sternen-Staub betrachtete. „Das ist einfach unglaublich.“, quakte er. Dann holte er das Buch von Professor Dr. Dr. Alchibon dem Ersten hervor und begann wie wild darin zu blättern. „Nach was suchst du?“, fragte Isa neugierig. „Ich versuche heraus zu finden ob in dem Buch etwas über diesen Sternen-Staub geschrieben steht.“, antwortete Buddy kurz und knapp und versank anschließend wieder in seinem Buch. Isa sah ratlos zu ihren Eltern auf.

„Was auch immer das hier ist und egal was es verursacht haben mag.“, sprach Papa nun. Als Isa ihm sagen wollte was sie getan hatte und das sie es mit Hilfe ihres Stein-Dings verursacht hatte, sprach er weiter. „Wir sollten die Chance nutzen und zusehen das wir hier raus kommen.“ Er sah zu den anderen. „Gebt mir eure Taschenlampen.“ Schweigend gaben Mama und Buddy ihm ihre bereits seit langem erloschenen Taschenlampen. Papa nahm sie entgegen und schraubte sie auf. Dann holte er die Batterien und alle möglichen anderen Dinge aus den Lampen heraus so das diese nun nur noch eine leere Hülle waren. Isa legte ihren Kopf schräg und versuchte aus dem was ihr Papa da machte schlau zu werden. „Das dürfte reichen.“, sagte er nachdem er fertig war. Dann gab er die Taschenlampen an die anderen zurück. Auch Isa bekam ihre wieder. „Füllt die Taschenlampen randvoll mit dem Sternen-Staub. Wir wissen nicht was noch alles auf uns zukommen wird und wir werden das Licht vom Sternen-Staub brauchen wenn wir hier wieder raus kommen wollen.“ Sie taten was er ihnen gesagt hatte und füllten Ihre Lampen rand voll mit dem Sternen-Staub.

Als Isa den Sternen-Staub mit ihrer Hand berührte kribbelte es wieder in ihren Fingern und ein Prickeln ging durch ihren Körper. Sie sah zu den anderen und fragte sich ob es die anderen auch spüren konnten. „Ist alles in Ordnung mit dir?“ Buddy der neben ihr hockte und seine Taschenlampe füllte sah fragend zu Isa. „Spürst du das auch?“, fragte Isa. „Was meinst du?“, er legte den Kopf schräg und sah sie an. „Eine Art Prickeln sobald man den Sternen-Staub berührt.“, entgegnete Isa. Buddy sah von Isa runter zum Sternen-Staub und dann wieder zu Isa. „Nein, ich spüre nichts. Ich finde er fühlt sich an wie Sand. Aber ein Prickeln kann ich nicht spüren.“, er zuckte mit den Schultern. „Oh, ok.“ Schweigend füllte sie ihre Taschenlampe und machte sie dann zu.

„Seit ihr soweit?“ Papas Stimme durchbrach die Stille. „Ja.“, antworteten alle fast wie aus einem Munde. „Gut. Dann lasst uns zusehen das wir hier raus kommen.“ Gemeinsam sahen sie sich nach dem Durchgang um. „Da ist er.“, Buddy zeigte mit seinem Finger auf eine Stelle auf der anderen Seite der Halle. Einen Moment zögerten sie. Sie erinnerten sich noch gut daran wie der Gang immer wieder vor ihnen verschwunden und wo anders wieder aufgetaucht war. Zwar hatten sie nun ihr Problem mit dem Licht gelöst, doch das Wandern des Ganges war nach wie vor ein Problem das sie lösen mussten.

Langsam gingen sie in Richtung des Ganges. „Vielleicht haben wir ja Glück und mit dem Sternenstaub-Regen hat sich auch das Verhalten des Ganges geändert.“, sagte Buddy und hoffte inständig das er mit dieser Vermutung Recht haben würde. „Möglich.“, sagte Papa. Dann schwiegen sie wieder und gingen behutsam ihren Weg weiter.

Als sie fast beim Gang angekommen waren blieben sie stehen. „Dann lasst uns hoffen das es funktioniert.“ Papa nahm Isa und Mama an die Hand und Buddy kletterte auf Isas Schulter. Gemeinsam setzten sie ihren Weg weiter fort. Die Spannung war geradezu greifbar und alle hielten die Luft an. Schritt für Schritt kamen sie der Öffnung näher.

Nun waren es nur noch zwei Schritte die sie von der Öffnung trennten. Bis jetzt war der Gang noch an der gleichen Stelle und nicht gewandert. „Ich glaube es klappt.“ Mama flüsterte kaum hörbar.

Als sie nur noch einen Schritt von der Öffnung entfernt waren zuckte Isa mit einem Mal zusammen. Mama und Papa blieben stehen und sahen erschrocken zu ihrer Tochter herunter. „Was ist los?“ Mamas Stimme klang besorgt. „Ich, …“ Isa wusste nicht wie sie es erklären sollte. Das Stein-Ding in ihrer Tasche glühte regelrecht und an der Stelle wo es in ihrer Hosentasche war brannte es heiß auf ihrer Haut. Das fühlte sich alles andere als gut an und sie verzog vor Schmerz ihr Gesicht. „Irgendetwas stimmt nicht.“ Isa trat einige Schritte zurück. Weg vom Gang. Ihre Eltern behielten sie nach wie vor im Auge und sahen sie fragend an. „Schatz, wir müssen weiter.“, sagte Mama und versuchte sie wieder zu ihnen zu ziehen. Aber Isa entzog ihr und Papa ihre Hand und ging weitere Schritte rückwärts.

Umso weiter Isa sich vom Gang entfernte, umso schwächer wurde das brennen an ihrem Bein. „Wir dürfen da nicht rein gehen!“ Isa wusste nicht wieso, aber sie fühlte das dass Stein-Ding sie davor warnte weiter zu gehen. „Schatzt, das ist der einzige Weg den wir gehen können. Wir müssen da lang!“ Papa versuchte auf sie einzureden, aber Isa rührte sich keinen Zentimeter von der Stelle. „Nein, Papa. Wir dürfen da nicht lang!“ Flehend sah sie zu ihm.

Buddy, der noch immer auf Isas Schulter saß beobachtete seine beste Freundin. So hatte er sie noch nie erlebt. Irgendetwas stimmte nicht und zwar ganz gewaltig nicht. „Ich will was ausprobieren. Lass mich bitte runter.“, sagte er nun zu Isa. Diese ließ ihn auf ihre Hand klettern und setzte ihn dann auf den Boden. Buddy hüpfte zu einem Stein der auf dem Boden lag und hob ihn auf. Dann hüpfte er weiter zur Öffnung des Ganges und blieb kurz davor stehen. „Geht alle zur Seite.“ Mama, Papa und Isa taten was er ihnen gesagt hatte und traten einige Schritte zurück. Dann warf Buddy den Stein in einem hohen Bogen in den Gang. Kurz darauf hörte man wie der Stein auf den Boden viel und dann einige Hüpfer machte bevor er schließlich liegen blieb. Dann war es wieder still.

Eine Weile warteten die vier und warteten ab. „Nichts.“, sagte Buddy und sah zu den anderen. „Gut, dann können wir ja jetzt endlich aus dieser Höhle.“ Papa wollte gerade los gehen als mit einem Mal ein riesiges Donnern aus dem Gang zu hören war. „Lauft!“ Papa griff nach der Hand von Isa und riss sie mit sich. Mama folgte dicht hinter ihnen und schnappte Buddy der bereits zu ihnen gehüpft war. So schnell sie konnten rannten sie zurück in die Halle. „Dahin Papa!“, rief Isa und zeigte mit ihrem Finger auf die Erhöhung auf der der große Stein stand. Papa nickte und gemeinsam rannten sie dort hin.

Kaum waren sie dort angekommen sahen sie zurück zu dem Gang. Lava strömte nun aus ihm hervor und ergoss sich in die Halle. „Hier rauf.“ Papa hob Isa auf den großen Stein, dann half er Mama und Buddy darauf und kletterte schließlich hinter her. Die Lava strömte immer weiter in die Halle und bedeckte allmählich den gesamten Boden. Sie stieg an und erreichte die ersten Stufen der Erhöhung. Dann stieg sie weiter und weiter, so lange bis auch die Stufen der Erhöhung von ihr bedeckt waren.

Voller Panik sahen die vier zu wie die Lava immer weiter und weiter stieg, bis sie schließlich auch den Stein auf dem sie standen erreicht hatte. Sie klammerten sich aneinander fest und hofften inständig das die Lava nicht noch weiter steigen würde.

„Was machen wir jetzt?“ Mamas Stimme war trotz der Gefahr in der sie sich alle befanden klar und ruhig. Papa sah sich um und dachte nach. Sein konzentrierter Blick zeigte das er Ruhe zum nachdenken brauchte.

Die Lava stieg weiter und der Lavastrom schien nicht abnehmen zu wollen.

Isa schloss ihre Faust fest um das Stein-Ding in ihrer Tasche. Irgendetwas musste sie doch tun können. Sie richtete ihren Blick auf den Stein auf dem sie standen. „Sternen-Staub.“ Auf dem Stein lag noch immer eine große Menge von dem Sternen-Staub. Sie richtete ihren Blick wieder auf die Lava. Irgendetwas kam ihr bei dem Anblick der Lava merkwürdig vor. Fast so als würde da etwas sein, was da so gar nicht sein konnte. Aber was war es genau. Sie kniff ihre Augen zusammen und konzentrierte sich ganz auf die Lava. Die Formen begannen vor ihren Augen zu verschwimmen und wurden zu undeutlichen Farbflecken.

Und mit einem Mal sah sie es!

Autor: Andrea Laukamp

 

— Fortsetzung folgt —

 


Das Hörspiel zur Geschichte:
Folgt in Kürze


 

Kann sein das sich in meine Geschichte der eine oder andere kleine Fehler eingeschlichen hat. Für den Fall das Dir ein solcher beim Lesen aufgefallen ist, darfst Du ihn gerne behalten. ;-)

 

Wolken

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Mit Lieben Grüßen

Andrea

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